Neuer Kraftstoff „E10“ für unsere Ottomotoren!

Seit kurzem wird an den Tankstellen ein neuer Kraftstoff für die Benzinmodelle angeboten, er wird als "E10" bezeichnet.

Verträgt das mein Fahrzeug?

Um es kurz zu machen:
Falls Ihr G werksseitig mit einem Katalysator ausgerüstet wurde, können Sie diesen neuen Kraftstoff tanken. Fahren Sie aber einen 230G, 280 GE oder einen 200GE bzw. 230 GE ohne Katalysator, sollten Sie den neuen Kraftstoff unbedingt meiden.
Als GL-, GLK- und ML-Fahrer können sie "E10" bedenkenlos tanken.

Warum das Ganze?

Es gibt eine neue EU-Richtlinie (2009/30/EG), in welcher vorgeschrieben ist, dass u.a. ein Kraftstoff angeboten werden muss, welcher nicht mehr wie bisher 5%, sondern künftig 10% Bioethanol enthalten muss. So sollen die Treibhausgase reduziert und die Abhängigkeit vom Erdöl verringert werden.

Die Mineralölkonzerne müssen eine bestimmte Quote ihres Absatzes mit diesem Kraftstoff erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird E10 vermutlich billiger als der konventionelle Kraftstoff. Aber das ist er auch, wenn man letzteren einfach verteuert…

Wo liegen die Probleme?

E10 Kraftstoff hat gegenüber Aluminium eine größere Aggressivität. Unter Druck und Temperatur kann das Aluminium mit dem Ethanol reagieren. So ist in Verbindung mit blankem oder ungeschütztem Aluminium, z.B. im Bereich von Gewinden, eine entsprechende Korrosion möglich, welche langfristig Undichtigkeiten zur Folge haben kann.

Aternativen

Die Mineralölkonzerne sind momentan verpflichtet, weiterhin E5 Benzin anzubieten. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass dieses E5 Super(Plus) preislich ganz oben angesiedelt ist.

Empfehlungen

Auch wenn E10 für Dichtungen und Schläuche nicht schädlicher als E5 ist, sollten diese generell  bei älteren Fahrzeugen gelegentlich erneuert werden.
Fahrzeuge, die selten bewegt werden, sollten möglichst mit vollem Tank abgestellt werden, damit beim „Atmen“ des Tanks aufgrund von Temperaturschwankungen möglichst wenig frische (feuchte) Luft angesaugt wird.
Das Wasser wird vom hygroskopischen Ethanol aufgenommen, und ab einem von der Temperatur abhängigen Wassergehalt fällt dieses „Gemisch“ aus und setzt sich auf dem Boden ab, wo es z.B. im Tank zu starker Korrosion führen kann.

Sonstiges

Aufgrund des niedrigeren Energiegehalts von Ethanol sollten Sie einen Mehrverbrauch von 1 bis 2 % einkalkulieren.

Bei einigen Publikationen zu diesem Thema wird übrigens verschwiegen, dass nicht auszuschließen ist, dass in manchen Regionen statt Pflanzen zur Nahrungsmittelproduktion künftig Pflanzen für den „Biosprit“ angebaut werden. Die Konsequenzen sollte jeder für sich bewerten.

Weiter Informationen:

www.adac.de/e10

www.dat.de/e10 

E10 auf www.mercedes-benz.de (hier finden Sie eine Liste mit allen Fahrzeugen und Motorisierungen von Mercedes-Benz die nicht für E10 freigegeben sind)